Pierre Walter hat sich sehr früh der Orchesterleitung gewidmet.  Während seiner Fagottausbildung, welche in der Klasse von Gilbert Audin durch einen einstimmigen ersten Preis in 2003 ausgezeichnet wurde, besuchte er gleichzeitig am „Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris“ die Dirigentenausbildung in der Klasse von Claire Levacher und François-Xavier Roth. Er eroberte dort im Jahre 2004 die zutreffende Anerkennung dieser Ausbildung. Danach ergänzt er seine Kenntnisse auf diesem Gebiet unter der Leitung von dem Italienischen Dirigenten Aldo Faldi. Dabei eröffnet er seinen Weg  zur Lyrischen Leitung mit Giuseppe Verdis La Traviata am Stadttheater Orvieto im Jahre 2005. Danach studiert er weiter bei Salvador Mas Conde in Wien und später in 2008 als Assistent von Kirill Karabits, zuerst am „Grand Théâtre de Genève“, und im folgenden Jahre in Straßburg an der „Opéra National du Rhin“. Im selben Jahr erringt er auch zwei Preise am CNSM von Paris in den Klassen von Alain Louvier und Lucie Kayas, beziehungsweise „Musikalische Analyse“ und „Musikalische Kultur“.

 

            Ab Januar 2009 als Hauptdirigent  der  „Musique des Gardiens de la Paix“ ernannt, unternimmt er eine wahre Entwicklungs- und Eröffnungspolitik dieses offiziellen Ensembles.  Dafür erhöht er die Anzahl der jährlichen Konzerte in der Pariser Umgebung um das Blasorchester bei der Bevölkerung zu befördern. Gleichzeitig achtet er auch darauf, die musikalischen Leistungen des Orchesters weitgehend über das Niveau rein Protokollartiger Aufträge aufzuwerten.  Er gründet auch mehrere Partnerschaften zwischen dem Orchester und verschiedenen Musikhochschulen, um die Aufmerksamkeit der Solisten und Komponisten auf die Potenziale der Blasorchester zu ergänzen. Im Januar 2011 wurde er mit diesem Orchester als Ehrengast zum Ball der Wiener Polizei eingeladen.

 

            Seine grundsätzlich neugierige Natur führt ihn auch in Richtung wenig– oder unbekannter Werken, welche er durch Themaprogramme, Komparativstudien und historische Entwicklungsvergleiche ans Licht zu bringen versucht.  Als aktiver Verteidiger der französischen Musik achtet er auch darauf, daß durch eine regelmäßige Programmierung solcher Werke, das Publikum diesen öfters wenig bekannten Kunstschatz allmählich entdecken kann. Sein ständiger Willen ist es auch, das musikalische Repertoire auch den weniger bekannten zeitgenössischen  Komponisten zu eröffnen, seien sie schon anerkannt wie Ida Gotkovsky, Roger Boutry, Anthony Girard, oder noch jung aber vielversprechende wie Dmitri Tchesnokov oder Hao Yan Chui.  In diesem Rahmen hat er ein der Frauenkomponisten gewidmetes Album auf CD aufgezeichnet („Femmes Compositeurs“), das Werke von Lili Boulanger, Germaine Tailleferre und Ida Gotkovski ans Publikum bringen soll. 

 

 

            Um den Nachwuchs zu sichern hat er sich auch um den musikalischen Unterricht bekümmert. Während der Periode 2005-2006 war er für Orchesterleitungskurse der Universität Marc Bloch in Straßburg zuständig, und im Jahre 2012 wurde er vom CNSM in Paris eingeladen. Seit 2013 leitet er auch die Ausbildungskonzerte bei dem „Orchestre des Concerts Pasdeloup“ in Paris. Er ist auch Chefdirigent des in Mülhausen (Frankreich) neugegründeten Kinderorchesters, im Rahmen des von der Pariser Philharmonie geleiteten DEMOS Ausbildungsprogramm.

 

 

Zum 30. Jubiläum des „Orchestre Français des Jeunes“ in August 2012, hat er auch eine bemerkenswerte Inszenierung Stravinskys „ Geschichte vom Soldaten“  dirigiert, wovon er die räumliche Gestaltung konzipiert hat und in welcher er gleichzeitig die Rollen des Soldaten und des Dirigenten übernahm. Seit 2012 hat er Assistent den österreichische Dirigent Wolfgang Doerner in der Vorbereitung verschiedener Vorführungen mit dem Pariser  „Orchestre des Concerts Pasdeloup“ unterstützt (2. und 3. Symphonien von Mahler, Ein Heldenleben von Strauss, oder Der wunderbare Mandarin von Bartok). Im Rahmen der französischen „Opéra National du Rhin“ in Straßburg wurde er auch Assistent des Dirigenten Patrick Davin für eine neue Produktion der „Drehung der Schraube“ von Benjamin Britten.  Seit 2013 hat er eine regelmässige und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem „Orchestre des Concerts Pasdeloup“ (Galaausführungen, wie zum Beispiel die „Nuits Musicales“ am Schloss Chantilly, oder die „Arts et Beauté“ Festspiele), sowie mit den  Staatsopern von Russe (Rigoletto, Tosca, Turandot), Burgas (La Bohème, Madama Butterfly) und Stara Zagora (Croquefer und Dragonette von Offenbach) in Bulgarien, verfolgt. Seit 2014 ist er auch Gastdirigent bei der Staatsoper Constanţa in Rumänien (Il Trovatore, Nabucco).

 

Im September 2014 errang er den Spezialpreis der künstlerischen Universität Constanţa (Rumänien) an der „Black Sea International Conducting Competition“ ausgezeichnet. Danach wurde er im Mai 2015 den 3. Preis der folgenden „Black Sea International Opera Conducting Competition“ ausgezeichnet.